In Deutschland leben, laut den Angaben des Statistischen Bundesamtes circa 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen. Das bedeutet, dass die Quote im Jahr 2018 bei circa 9,4 Prozent lag. Für Menschen mit einer Behinderung – sei es geistig oder körperlich – spielt es eine sehr wichtige Rolle, so selbstständig und selbstbestimmt wie möglich leben zu können.

Genau bei diesem Wunsch helfen Heilerziehungspfleger/innen, die sich darum kümmern, Menschen mit einer Behinderung im Alltag zu begleiten und zu unterstützen. Sie begleiten dabei Menschen aller Altersstufen und stellen sicher, sie genau in den Bereichen zu unterstützen, in denen sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Diese Hilfe ist ein Stück weit eine Hilfe zur Selbsthilfe, da es nicht darum geht, den Menschen alles abzunehmen, sondern das Ziel der Heilerziehungspfleger/innen besteht darin, den Menschen mit Behinderung so viel Selbstständigkeit wie möglich zu ermöglichen.

Das heißt, dass sie einige Aufgaben durchaus abnehmen, in den meisten Fällen aber dabei helfen, die Eigenständigkeit der Menschen mit Behinderung zu stärken und zu fördern. Dafür spielt es natürlich eine wichtige Rolle, dass Heilerziehungspfleger/innen den Grad der Behinderung erkennen und einschätzen können, inwiefern sie diese Selbstständigkeit unterstützen und fördern können.

Unter anderem kümmern sich Heilerziehungspfleger/innen um darum, den Einkauf oder das Kochen zu übernehmen. Des Weiteren machen sie bestimmte Aktivitäten mit den Menschen, wie zum Beispiel Malen, Schwimmen und Musizieren. Somit handelt es sich bei dem beruflichen Alltag der Heilerziehungspfleger/innen um einen sehr flexiblen und abwechslungsreichen Alltag.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der persönlichen Entwicklung der Menschen mit Behinderung und bei jungen Menschen stehen Heilerziehungspfleger/innen auch bei der schulischen und der beruflichen Eingliederung bei Seite.

Wie bereits erwähnt, geht es bei diesem Beruf darum, die Menschen mit Behinderung, in ihrer Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit zu fördern, doch bei bettlägerigen und kranken Menschen kümmern sich Heilerziehungspfleger/innen durchaus um die Körperpflege, sowie um das An- und Auskleiden und weitere Aspekte, die in dem Rahmen der Grundpflege stehen.

Aufgrund des Kontaktes zu Menschen und des sensiblen Themas der Behinderungen, spielt es für Heilerziehungspfleger/innen eine wichtige Rolle, über ein großes Einfühlungsvermögen zu verfügen, gut kommunizieren und Geduld aufbringen zu können, sowie keine Berührungsängste zu haben.

Mit diesen Fähigkeiten und dem Wissen, das sich Heilerziehungspfleger/innen in der Ausbildung aneignen, können sie in unterschiedlichsten Bereichen, wie in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder auch in psychiatrischen Kliniken, in Einrichtungen für Suchtkranke oder auch integrativen Kindergärten, etc. tätig werden.

Zudem besteht die Möglichkeit der Weiterbildung. So bilden sich viele Heilerziehungspfleger/innen im Laufe ihrer Karriere auch zum/r Heilerziehungspfleger/in für Psychiatrie, Motopädagog/in, staatlich anerkannte/r Sonderpädagog/in oder auch Fachwirt/in im Bereich Gesundheitswesen weiter.

Verfasst von Lara